Wenn Kärnten läuft und das Netzwerk standhaft bleibt …

Große Sportevents wie Kärnten Läuft an diesem Wochenende sind etwas ganz Besonders. Die Atmosphäre wenn hunderte oder gar tausende Zuschauer „ihre“ Athleten anfeuern und mit ihnen mitfiebern … Die Spannung vor dem Eintreffen der ersten (und natürlich auch der letzten) Finisher … Die mit den Athleten geteilte Freude, die man als Zuschauer verspürt … Die Freude in den Augen der Organisatoren wenn alles funktioniert hat. FALLS alles funktioniert hat …

Die Netzwerktechnik spielt eine nicht unwichtige Rolle im Erfolg einer solchen Großveranstaltung. Ohne einer stabilen Internetverbindung beispielsweise kann an das Posten von Ergebnissen in Echtzeit oder an den bargeldlosen Verkauf von Merchandising-Artikeln nicht einmal ansatzweise gedacht werden. Ein Laie würde sich jetzt wahrscheinlich denken: „Wir haben ja ein super ausgebautes Mobilfunknetz von A1, T-Mobile und Co. Warum verwenden wir nicht einfach das und sparen uns den ganzen Aufwand für das Aufbauen eines eigenen Netzwerkes, das gerade mal ein paar Tage steht und dann wieder abgebaut werden muss?“ Die kurze Antwort: Weil ihr (Veranstalter, Verkäufer, Zeitnehmer, …) damit keine Freude haben werdet. Die lange Antwort: Hmmm, dazu muss ich etwas ausholen …

Jede Mobilfunkzelle (egal ob GSM, UMTS, WLAN, WiMAX oder sonst etwas) ist für eine gewisse Anzahl gleichzeitig verbundener Endgeräte ausgelegt. Wie viele Endgeräte gleichzeitig bedient werden können, hängt unter anderem von der Anbindung und der verwenden Hardware ab. Errichter und Betreiber von Mobilfunknetzen geben Unsummen für Software aus, die eine möglichst effiziente Verwendung der gegebenen Ressourcen berechnet – und ein Vielfaches davon für die Entlohnung der Mitarbeiter, die die Software verwenden. Da liegt es auf der Hand, dass es sich für die Betreiber wirtschaftlich gesehen nicht rechnet, für ein Event, das einmal im Jahr stattfindet, das ganze Jahr die zehnfachen Ressourcen einzuplanen. Oft wird bei Firmen wie T-Mobile oder A1 mit sogenannten mobilen BTSen (also mit auf LKWs montieren Sendemasten) gearbeitet. Aber auch das ist ein wirtschaftliches Verlustgeschäft. Es bleibt also nur mehr die Möglichkeit, eine zuverlässige und garantierte kabelgebundene Internetverbindung selbst nach den eigenen Vorstellungen zu verteilen. Und genau da kommen wir als Netzwerktechniker ins Spiel.

Unsere Vorbereitungen auf die Veranstaltung beginnen in der Regel schon mehrere Monate davor. Schließlich sollten wir dem Internetprovider eine angemessene Vorlaufzeit geben um die Internetleitung(en) einzurichten. Bis ungefähr ein bis zwei Wochen vor dem großen Tag geht es noch recht ruhig zu. Da haben wir Zeit für die Koordination mit dem Veranstalter, andere Veranstaltungen, aber auch für Zeitnehmung, Forschung, Lehre und andere Projekte. Ruhig ist also relativ. Irgendwann sollte man aber damit beginnen, alle benötigten Netzwerkkomponenten vorzubereiten und zu konfigurieren. Dabei ist ein Grundsatz ganz besonders wichtig: Immer einen Plan B zur Hand haben. Es gilt nämlich folgendes Naturgesetz:

Es kann niemals ein Event geben, das komplett nach Plan läuft! [Erfahrung-Erfahrung-Erfahrung]

(Wir arbeiten meistens mit einer gut abgestimmten und bewährten Kombination aus Kabel, Richtfunk und kleinen WLAN-Zugriffs-Zellen. Auf die genaue Architektur werden wir aber erst in den nächsten Posts genauer eingehen.)

Wenn die ganzen Vorbereitungen abgeschlossen sind, werden das Equipment und die Mitarbeiter fein säuberlich in ein bis mehrere Auto(s) gestapelt und zum Event-Gelände verfrachtet. Dort angekommen beginnen wir als erstes damit, den Veranstalter mit Internet auszustatten. Danach geht es in der Regel mit den Verkäufern im Expo-Bereich, den Medien und dem Zeitnehmer weiter. Meistens will der Veranstalter auch ein freies WLAN für die Zuschauer haben, welches auch aufgebaut werden muss. Und über all diese Anforderungen wissen wir im Idealfall bereits vor dem Veranstalter bescheid. Dann und nur dann sieht man nämlich die Freude in den Augen der Organisatoren.

Das Aufrechterhalten des Netzwerks während der Veranstaltung ist nervenaufreibend und das Abbauen nach der Veranstaltung ist kräftezehrend, aber zu diesem Zeitpunkt ist das Schlimmste (hoffentlich) bereits überstanden. Ganz anders als bei der Zeitnehmung. Aber das ist Stoff für eine andere Geschichte und für einen anderen Post.

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